| Alles dreht sich um Tischtennis Ralf und Dana Weber leben für ihren Sport. Er als Trainer am Landesstützpunkt und den TTF Frankenthal, sie als Bundestrainerin Von Klaus D. Kullmann
1991 kam die tschechische Nationalspielerin nach Deutschland, ihre erste Station war Hessen Kassel. Die Webers heirateten 1992, bald danach, 1995, holte sie mit der TSG Dülmen den deutschen Mannschaftstitel. Ralf Weber strebt danach, aus der Pfalz keine Talente ziehen zu lassen Als Spieler konnte Ralf Weber nie mit seiner Frau mithalten. Er spielte Oberliga. "War ganz gut", sagt er bescheiden und grinst. "Ich bin ja von Haus aus Ringer. Dann habe ich mir das Rückgrat angebrochen, durfte nicht mehr ringen und spielte Tischtennis als Ausgleichssport." Die Sportart faszinierte ihn. Sie hat ihn bis heute nicht losgelassen. Ralf Weber ist ein Tischtennis-Besessener und hat das in seine Familie hineingetragen. Sein Sohn Tobias (20), zurzeit in der Ausbildung zum Augenoptiker, ist längst in die Fußstapfen der Eltern getreten, hat alle Trainerscheine erworben, arbeitet als Assistenztrainer am Landesstützpunkt in Maikammer. Dana Weber ist ihren eigenen erfolgreichen Weg als Trainerin gegangen. Während der Stationen als Spielerin bei TSV Betzingen, BTTF Zweibrücken und TTF Frankenthal arbeitete sie sich, seit sie 1996 zum Deutschen Tischtennis-Bund kam, bis zur Bundestrainerin der Schülerinnen hoch. Zuerst in Heidelberg, seit der Eröffnung des Deutschen Tischtenniszentrums 2006 in Düsseldorf. Ihre Karriere als Spielerin bei den Tischtennisfreunden (TTF) Frankenthal hat sie kürzlich beendet. "Wenn ich spiele, will ich immer 180 Prozent geben und der Mannschaft helfen, aber das hat zuletzt zeitlich nicht mehr hingehauen", sagt sie, schaut ihren Mann an und strahlt. Nach wie vor arbeitet er mit größter Akribie und enormem Fachwissen, mittwochs und donnerstags am Verbandsstützpunkt in Maikammer, montags und freitags als Vereinstrainer bei den TTF Frankenthal, wohin die Webers 2005 wechselten. Heute spielen die TTF-Herren in der Oberliga und die TTF-Frauen in der Regionalliga. Der Verein hat in der Pfalz Magnetwirkung, "jetzt haben wir mit den optimalen Spielbedingungen in der neuen Peter-Trump-Halle einen Quantensprung gemacht", freut sich Weber über das stete Entgegenkommen der Stadt Frankenthal. Er strebt danach, aus der Pfalz keine Talente ziehen zu lassen. "Wir sind ein kleiner Verband, da ist es sehr hilfreich, wenn die pfälzische Spitze konzentriert zusammengefasst ist, im Trainingsbetrieb oder im Verein", sagt er. Bei kleineren Vereinen wirbt er um Verständnis, wenn er sagt: "Mir ist klar, dass sie ihre Talente halten wollen, aber sie sollen auch den Spieler sehen, der viel investiert und sich weiterentwickeln will. Das geht besser, wenn zentralisiert wird. Es geht doch darum, so hoch wie möglich zu spielen und so gut wie möglich gefördert zu werden." Aber Weber macht sich momentan viele Gedanken, wohin es mit dem pfälzischen Tischtennis geht. Nicht nur, weil es "ein Loch eines ganzen Altersjahrganges (15-18 Jahre) gibt". Im Gespräch ist auch eine bundesweite Umstrukturierung der Regionen. Weber ist so präsent und einsatzfreudig, so ehrgeizig und so gut gelaunt, als sei nie etwas gewesen. Die Tischtennisgemeinde aber weiß sehr wohl, dass Weber sehr herzkrank ist. Nur: Er will sich das nicht anmerken lassen und nicht groß drüber reden. Nach einer Herzmuskelentzündung nach nicht auskurierter Krankheit hatten ihm die Ärzte gesagt, er solle alles regeln, verschenken sei billiger als vererben. "2001 war für mich Ende", sagt Ralf Weber heute. 2003 musste sich Weber, ein emsiger und weltweit reisender Produktmanager bei der Firma Joola, berenten lassen. Vor ziemlich genau einem Jahr ging seine Herzleistung noch einmal zurück, auf 18 Prozent. Zu seinem Defibrilator, den er seine Lebensversicherung nennt, bekam er im Juni 2011 am Mannheimer Klinikum ein Gerät implantiert, das aus den USA kommt, einen so genannten Optimizer. "Ich war der 102. Patient weltweit, Langzeitstudien gibt es dazu keine", sagt Weber. "Ich sehe das als geschenktes Leben an. Ich möchte leben, als sei jeder Tag der letzte. Ich mache jeden Abend die Augen lachend zu und jeden Morgen die Augen lachend auf." Die Bibel steht nicht einfach so im Haus. Weber liest darin und zieht daraus seine ganze Kraft. Wie auch aus dem Familienleben und seinem Tischtennissport. |
|||||